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Keine Angst vor großen Frauen

3. Handball-Liga: TuS Neunkirchen gewinnt mit 35:30 gegen den TV Grenzach – „Am Ende reines Nervenspiel"

1, 98 Meter groß, aber zu langsam. Die Handballerinnen des TuS Neukirchen haben in der 3. Liga mit 35:30 (19:17) gegen die riesige Rumänin Ana-Maria und ihren TV Grenzach gewonnen. Dabei wurde es gegen Ende des Spiels eng.

Neunkirchen. Sie hat an diesem Abend alle überragt. Mit 1,98 Meter Körpergröße war die Rumänin Ana-Maria Stoica vergangenen Samstag der Blickfang in der TuS-Halle. Und Stoica hat nicht nur körperlich überragt, auch sportlich war die Handballerin des TV Grenzach für die Drittliga-Handballerinnen des TuS 1860 Neunkirchen eine nur schwer zu kontrollierende Gefahr und sorgte aus dem Rückraum heraus für viele Tore. „Sie ist kaum zu blocken und eine sehr ungemütliche Spielerin", beschrieb Mannschaftsführerin Anja Severin die Rumänin, ergänzte dann jedoch mit einem Augenzwinkern: „Beim Eins-gegen-Eins-Duell ist sie aber zu langsam". Und nicht nur Stoica war an diesem Abend zu langsam für die TuS-Frauen, auch ihre gesamte Mannschaft schaffte es nicht, mit den Neunkircherinnen Schritt zu halten und unterlag somit am Ende mit 30:35.

Schon von Beginn an nutzte das TuS-Team seinen Heimvorteil, riss die Partie an sich und erspielte sich schnell einen Sieben-Tore-Vorsprung. Während sich einige der knapp 120 Zuschauer aber schon auf eine einseitige Partie einstellten, brach der TuS ein. Viele Ungenauigkeiten und Fehlpässe revidierten die anfänglich drückende Überlegenheit der Mannschaft und erlaubten dem Gegner, sich wieder auf zwei Tore zu nähern. „Wir haben anfangs wieder sehr konzentriert gespielt und hoch geführt, aber nach einigen Ungenauigkeiten in Abwehr und Angriff ging es plötzlich ganz schnell. Und der Gegner hat seine Chancen genutzt", erklärte Trainer Mirko Pesic. TuS-Spielerin Lucy Unbehend ergänzte: „Wir haben zwar gut angefangen, aber dann hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen. Wir haben uns aus der Ruhe bringen lassen, dann oft vorschnell abgeschlossen, und der Gegner konnte seine Tore machen". So gingen die TuS-Frauen nur mit einem 19:17-Vorsprung in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel zeigten sich beide Teams auf Augenhöhe. Die Partie flachte ab und wurde zu einem offenen Schlagabtausch. Auf beiden Seiten häuften sich die Fehler, und das TuS-Team spielte sich nur mühsam ein Fünf-Tore-Polster heraus.

Doch die Gäste aus dem Schwarzwald blieben weiter hartnäckig und kämpften sich immer wieder heran. So blieb die Partie bis zum Ende spannend. In der hitzigen Schlussphase bewiesen die TuS-Frauen einen kühlen Kopf und retteten die fünf Tore über die Zeit. „Es war am Ende ein reines Nervenspiel. Grenzach konnte befreit aufspielen, da wir in der Favoritenrolle waren. Das Erfolgserlebnis war wichtig für die Mannschaft, es gibt dem Team wieder Ruhe und Sicherheit", resümierte Pesic. stri

Quelle: Saarbrücker Zeitung vom 24.01.2012